Ukraine: Der Schiefergas-Strohmann

Bei Diskussionen zum Thema Ukraine kommt es immer wieder vor, dass der Sturz von Viktor Yanukovych mit Rohstoffinteressen von US-Firmen begründet wird.

Hunter Biden und Burisma Holding

Ein anschlauliches Beispiel ist etwa:

Allerdings läßt sich auch nicht leugnen, daß mehrere große Ölmultis schon große Beute in der Ukraine gewittert hatten. Und dabei – ich sage es mal vorsichtig – von Personen aus dem Umfeld der US-Regierung weidlich unterstützt wurden (Stichwort: Hunter Biden & Co.).

Hunter Biden, Sohn des gleichnamigen republikanischen Ex-Außenministers, wurde im April 2014 Direktor bei Burisma Holdings. Nur ist Burisma Holdings bereits ab 2009 massiv gewachsen ist, das war sogar noch vor Herrn Yanukovychs offizieller Amtszeit, auch wenn die den großteil der Boomzeit ausmacht. (Auch wenn die Inhaberschaften undurchsichtig sind, ein großer Player scheint wohl Herrn Yanukovychs Energieminster, Herr Slotshevski, gewesen zu sein. Die Deutsche Welle hatte mal versucht das aufzudröseln.) Seltsamerweise sind Amerikaner im Board of Directors (neben politisch vernetzten Polen und Briten) auch unter Herrn Yanukovych die Regel; der Investmentbanker Herr Apter wurde 2013 ausdrücklich mit dem Anspruch ins Boot geholt die Firmenpolitik aufzupolieren und neue Investoren anzuwerben.

Warum die Absetzung Herrn Yanukovychs im Interesse von Burisma Holding, oder anderen Rohstoff-Unternehmen, hätte sein sollen bleibt offen.

Schiefergas bei Slaviansk

Ukrainische Schiefergasvorkommen laut GosgeonedraLangezeit ein Dauerbrenner auf deutschen Links-Außen-Seiten waren in Suchen Ukraine die Schiefergas-Vorhaben des Rohstoffmultis Shell. Dumm nur, dass die Verträge schon unter Herrn Yanukovych geschlossen wurden. Wer genauer hinschaut wird feststellen, dass Shell 2013 schon Probleme mit der Rentabilität von Schiefergas in den USA hatte, und wohl auf die Schiefergasvorkommen in der Ost-Ukraine nicht den Erwartungen entsprachen. Zum Einlesen empfiehlt sich etwa folgender Artikel des CSM: „Ukraine crisis: Why Shell put shale projects on hold“.

Reserven im Schwarzen Meer

Ukrainische Rohstofffelder im Schwarzen Meer laut NaftogazNoch lustiger wird es, wenn man die Schwarzmeer-Reserven einbezieht.

Irgendwie seltsam, wie gerade deutsche Links-Außen-Seiten die deutlich substantielleren Schwarzmeer-Reserven ausblenden, die ja jetzt unter russischer Kontrolle sind. Aber sich am Randthema Fracking endlos abarbeiten können. Ein Schelm wer böses dabei denkt…

Gerade hinsichtlich der Schwarzmeer-Reserven gab es bereits unter Herrn Yanukovych einige weit fortgeschrittene Verhandlungen mit US-Firmen zur Erschliessung. Die sind mit der russischen Besetzung der Krim natürlich hinfällig sind. (Ein Link unter vielen: Bloomberg: „Losing Crimea Could Sink Ukraine’s Offshore Oil and Gas Hopes“).

Aber Krieg um Rohstoffe führen ja nur die Amerikaner…

Lese-Empfehlung:

– Noch ein paar mehr Details, übersichtlich zusammengestellt, hat es im Artikel „Rothschild, Russia and Why Everyone Is Getting Upset About Crimea“ auf The Oligarch Kings. Die im Post verwendeten Grafiken wurden von dort übernommen.

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