Krise der Flüchtlinge

Die Konflikte in Nordafrika und der Levante sind nicht neu. Die damit einhergehenden Flüchtlingsströme auch nicht. Erst dieses Jahr sind Flüchtlinge auch in Deutschland ein „Mainstream-Thema“. Viele tun überrascht, als wäre man all die Jahre zu faul gewesen die Nachrichten zu schaun und Eins und Eins zusammenzuzählen. (Und da hat man mit den minimal komlexeren Faktoren wie dem Bürgerkrieg im Transitland Lybien, der Anti-Syrer-Politik in Ägypten oder dem Unmut der EU-Aussenstaaten mit Dublin III noch gar nicht angefangen.) So oder so, es wird derzeit viel zu dem Thema geschrieben. Auch viel sehr gutes. Das soll hier gesammelt werden.

Schicksale

Und vor uns liegt das Glück (Zeit, 17.07.2014)

43.000 Flüchtlinge sind 2013 übers Mittelmeer nach Europa gekommen. Unsere Reporter haben sich im April auf eine dieser Überfahrten gewagt. Die größte Gefahr lauerte jedoch nicht auf See.

Jetzt lernen sie meine Oma kennen und meine Meinung (Kurzhaarschnitt, 06.08.2015)

Eine deutsche Familiengeschichte.

Im Gelobten Land (Zeit, 23.08.2015)

„Eine irakische Familie, ausgesetzt auf der Autobahn. Polizisten im ständigen Kampf gegen Schleuser. Kriegsopfer, die durch eine bayerische Idylle irren. In Passau stranden täglich Hunderte Flüchtlinge – Geschichten aus Deutschlands Lampedusa.“

Gesamtbetrachtungen

Willkommen! Und jetzt? (Zeit, 11.09.2015)

Wie viele Flüchtlinge auf dem Weg sind, was sie mit Europa machen – und wir mit ihnen.

Die Koalition der Angst (FAZ, 17.09.2015)

Wenn Dienstleistungsproletarier und prekär Wohlhabende sich in einem diffusen Misstrauen gegen das gesellschaftliche System in Deutschland verbünden, wird es brenzlig im Land. Ein Gastbeitrag.

Heimkehr in ein anderes Land (Tagesschau, 27.10.2015)

Ein Jahr lang berichtete Isabel Schayani für die ARD aus New York. Zurück in Köln entdeckt sie ein Deutschland in der Flüchtlingskrise. Ihren Ex-Kollegen in New York schildert sie ihre ganz persönlichen Eindrücke als Helferin und Zuhörerin. Ihr Brief im Wortlaut.

Saatsversagen

Der Tag, als keiner half (Süddeutsche, 24. 10.2013)

Es ist eine Woche vor Weihnachten, als Leonardo plötzlich schwer krank wird. Fast stirbt der Roma-Junge in einem bayerischen Flüchtlingsheim. Warum half man ihm nicht schneller? Warum flehten seine Eltern vergebens um einen Notarzt? Das fragt nun die Staatsanwaltschaft.

Die Wahrheit über den Bau eines Flüchtlingsheims (HA, 26.07.2014)

Es gibt ein Grundstück, und es gibt Standard-Häuser aus Containern, die ruck zuck aufgebaut sind. Es gibt aber auch: absurde Vorschriften, Beamte, die mit Beamten streiten und Behörden, die anderen Behörden keine Auskunft geben.

„Im Camp wird unser Grundgesetz nicht eingehalten“ (Zeit, 06.08.2015)

Zwei Mediziner sind entsetzt über die Zustände, die sie in der Dresdner Zeltstadt vorgefunden haben. In dem Flüchtlingscamp spiele sich eine humanitäre Katastrophe ab.

„Wir basteln uns ein Einsatzkonzept (FAZ, 30.08.2015)

„In Heidenau geriet die sächsische Polizei in den Notstand – und niemand half ihr. Wie es dazu kam, dass eine Polizisten-Altherrenmannschaft antreten musste.“

Bauen zwischen Wunsch und Wirklichkeit (FAZ, 31.08.2015)

Das Bistum Köln würde in einem früheren Kloster gerne Wohnungen für Flüchtlinge errichten. Doch so einfach ist das nicht.

Endloses Warten auf die Familie (Tagesschau, 04.09.2015)

Syrische Flüchtlinge, die ihre daheimgebliebenen Familien nach Deutschland holen wollen, müssen bis zu 15 Monate warten, bis ihr Antrag bearbeitet wird. Das treibt viele in die Hand von skrupellosen Schleppern. Dabei ginge ein Antrag viel schneller – per Mail.

Freiwillige sind unentbehrlich (Süddeutsche, 23.09.2015)

Ohne sie wäre die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte organisieren die Bürger die Nothilfe. Manchmal gegen den Staat.

Anzeige schreiben, Anzeige zerreißen (Zeit, 27.10.2015)

Gegen Zehntausende Flüchtlinge wird wegen illegalen Grenzübertritts ermittelt. Berlin hat das gestoppt, andere wollen daran festhalten. Auch aus politischen Gründen.

Flüchtlinge überfordern die Computer des Staates (FAZ, 07.11.2015)

Der neue IT-Beauftragte der Bundesregierung hat viel zu tun: Der Zustrom an Asylbewerbern legt die Missstände in den IT-Systemen des Staates offen. Die sollen so schnell wie möglich abgestellt werden.

Wie der Hunger die Syrer in die Flucht trieb (FAZ, 08.11.2015)

Im Sommer bekamen syrische Flüchtlinge auf ihren Lebensmittelkarten plötzlich weniger Geld. Das war ein Auslöser für den großen Treck nach Europa. Wie konnte es so weit kommen?

„Das Chaos gibt es wirklich“ (rbb, 08.12.2015)

Beim Thema Flüchtlinge dreht sich in Berlin derzeit fast alles nur um eine Behörde: das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Wie sieht es in der Problembehörde aus, die inzwischen deutschlandweit bekannt ist? Was sagen die Mitarbeiter über ihre Arbeitsbedingungen? rbb online lässt einige von ihnen anonym zu Wort kommen.

Lageso zahlt Essensgeld nicht aus (fr, 26.01.2016)

In Berliner Flüchtlingsheimen haben Dutzende Menschen offenbar nichts mehr zu Essen, weil das Landesamt für Gesundheit ihnen kein Geld auszahlt. Der Sozialsenator Mario Czaja räumt Fehler ein.

Schwerte schafft es nicht (Zeit, 12.02.2016)

Bund und Länder rechnen sich die Ausgaben für Flüchtlinge schön. Am Ende sind es Städte wie Schwerte, die sich hoch verschulden müssen und jetzt schon pleite sind.

Flüchtlinge versehentlich in die Türkei abgeschoben (Zeit, 06.04.2016)

13 der ersten im Zuge des EU-Türkei-Abkommens deportierten Migranten hatten nach UN-Angaben keine Chance Asyl zu beantragen. Die Polizei habe dies „vergessen“.

Rechtsterrorismus

Ein neuer Rechtsterrorismus? (FAZ, 14.12.2014)

Der Islam ist zu einem Feindbild geworden, das auch Gewalt zu rechtfertigen scheint. Unsere Sicherheitsbehörden müssen hier genau hinschauen – die Parteien aber auch.

Nennt sie endlich Terroristen! (Spiegel, 29.07.2015)

Was sich in Deutschland gerade vollzieht, ist die Geburt eines neuen Terrorismus. Völkisch motivierter, mit „Notwehr“ begründeter Terror, beheizt vom Hass im Netz, vorangetrieben von „Aber-Nazis“. Es wird Zeit, ihn auch so zu nennen.

Nur jeder sechste Brandanschlag wird aufgeklärt (Zeit, 17.09.2015)

61 Flüchtlingsunterkünfte wurden dieses Jahr in Deutschland angezündet. Die Täter stammen oft aus der Mitte der Gesellschaft – und halten ihr Verhalten für salonfähig.

Der Terror konnte ungestört wachsen (Zeit, 19.04.2016)

In Freital hebt die GSG 9 eine Zelle rechter Terroristen aus. Es ist das erste Mal, dass Gewalttaten gegen Flüchtlingsheime als Terrorismus verfolgt werden.

„Homegrown Rechtsterrorismus“ (Tagesschau, 19.04.2016)

Der Rechtsterrorismus in Sachsen ist hausgemacht. Es stellt sich die Frage, wie die dortigen Behörden monatelang ermitteln konnten, ohne auf den Gedanken zu kommen, sie könnten es in Freital mit einer Terrorzelle zu tun haben.

 

Blick über den Tellerrand

Was hält ein Land aus? Das Beispiel Libanon (Zeit, 10.06.2015)

Im Libanon leben weit mehr als eine Million Flüchtlinge, ein Drittel der Bevölkerung. Trotzdem kommt das Land irgendwie mit ihnen zurecht.

Die barmherzigen Nachbarn der Samariter (FAZ, 05.08.2015)

Jordanien empfängt weit mehr Flüchtlinge als Deutschland, doch Proteste gibt es keine. Wer lernen will, was Menschenliebe bedeutet, schaue sich den Umgang mit Flüchtlingen dort an.

Die Türkei, Weltmeister der Flüchtlingshilfe (BZ, 16.08.2015)

Der Türkei-Korrespondent der Berliner Zeitung hat die türkischen Flüchtlingscamps besucht und beschreibt die Flüchtlingshilfe-Maßnahmen der Türkei.

Zahlen und Fakten

Where Syrians find their refuge (Economist, 10.09.2015)

The refugee crisis: one chart that puts Europe’s response in perspective (Vox, 15.09.2015)

eurostat Asylum statistics

This article describes recent developments in relation to numbers of asylum applicants and decisions on asylum applications in the European Union (EU).

UNHCR Central Mediterranean Sea Initiative (PDF, Dec. 2014)

The events unfolding in Syria, Iraq, the Central African Republic, South Sudan and elsewhere, are reminders that the need for international protection of refugees is as urgent as ever. With few  opportunities to enter Europe by regular means, thousands of people threatened by persecution and serious human rights violations in their home countries are taking dangerous sea routes.

UNHCR Mid-Year Trends 2014 (PDF)

Enthält auch Informationen zu den verschiedenen Fluchtrouten.

What’s Behind the Surge in Refugees Crossing the Mediterranean Sea (NYT, 21.05.2015)

The civil war in Libya has made it easier for smugglers to transport people through the country. As a result, the number of people fleeing war and poverty in Africa and the Middle East to reach Europe via the Mediterranean Sea has surged since last year. So far this year more than 1,800 migrants may have drowned attempting the journey.

BAMF – Aktuelle Zahlen zu Asyl (Dezember 2015)

Diese Publikation enthält monatlich aktualisierte Daten zu ausgewählten Themen des Bereichs Asyl. Neben der monatlichen und jährlichen Entwicklung der Asylanträge und der Entscheidungen des Bundesamtes über Asylanträge werden auch die im Rahmen des Dublin-Verfahrens gestellten Übernahmeersuchen dargestellt.

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